Heute sollte Eröffnung sein im Waldbad – und wir haben uns tatsächlich entschlossen, dem Wetter zu trotzen. Wenigstens mal kurz. Also Aufbruch Richtung Salzburger Straße – aber, dort angekommen, folgt die Entäuschung. Alles dicht. Das Eingangstor ist verschlossen, drinnen sind alle Rolläden unten – unsere Kinnladen sind es jetzt auch. Weder auf der Website der Stadt Falkensee noch bei der Gegefa, die das Waldbad betreibt, gab es einen Hinweis, dass die Eröffnung verschoben wurde.
Immerhin konnten wir den neuen Preisaushang studieren: Es wird tatsächlich wesentlich teurer für alle, die nicht mindestens drei Stunden bleiben wollen. Es gibt nur noch Tageskarten – 3 € für Erwachsene, ermäßigt die Hälfte. Für eine Stunde zahlt man nach dieser Rechnung mit einer dreiköpfigen Familie 7,50 € – letztes Jahr kostete derselbe Spaß noch 2,50 €.
Und wer gerne das Doppelte bezahlen möchte, der kann das auch: Dazu bedarf es lediglich eines kurzen Abstechers zum Mittagessen – und schon ist die Tageskarte vom Vormittag wertlos. Sie verfällt beim Verlassen des Bades. Wer nach dem Essen wiederkommen möchte, darf erneut blechen. Alternative: Man stellt die Ernährung während der Sommermonate komplett auf Pommes und Eis um – dann kann man sich auch am Kiosk im Waldbad durchfuttern. Viel mehr umfasst die Speisekarte dort allerdings nicht.
Der Aushang an der Kasse offeriert noch eine Alternative: die Monatskarte. 50 (erm. 25) € soll sie kosten und gilt grundsätzlich nur für einen Kalendermonat. Damit kommt sie automatisch nur für Juni, Juli und August in Frage. Abzüglich des Monats, in dem man eventuell in Urlaub fährt. Und 17 Besuche pro Monat müssen es schon sein, damit sich das Ticket auch rechnet.
Nur mal zum Vergleich: Für 50 Euro im Monat kann man also das Waldbad Falkensee unbegrenzt von 9 bis 20 Uhr an jedem Tag nutzen. Für 50 Euro im Monat kann man auch (bei einem 12-Monats-Vertrag mit der Fitness-Card) die Erlebniscity in Oranienburg unbegrenzt und täglich nutzen. Sogar von 9 bis 22 Uhr. Dort allerdings wird ein riesiges Fitness-Studio angeboten, ein Wellenbad, zwei Röhren-Rutschen, ein Erlebnisbecken mit Strudel, Massagedüsen, Whirlpool etc, dazu ein Solebad sowie ein Kinderbecken – und der komplette Saunabereich mit sieben verschiedenen Schwitzbuden und einem großen Whirlpool ist auch noch mit drin. Für 35 Euro/Monat gibt es das identische Angebot von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr – gerade für Rentner sicher auch sehr interessant. Zugegeben, Oranienburg ist 30 Autominuten entfernt, der Parkplatz kostet nochmal 2 € und fürs Sportbad mit seinen 6 Bahnen, den beiden Sprungbrettern und einem weiteren Kinderbecken ist nochmal ein Extra-Euro fällig.
Mir scheint dennoch der Falkenseer Monatspreis von 50 € für das im Vergleich popelige (die Gegefa übersetzt das mit ´klein, aber fein`) Waldbad reichlich überzogen. Das ist etwas so, als ob die Wassersuppe beim Imbiss genau soviel kostet wie das Rinderfilet beim Argentinier nebenan.
Faszinierend sind auch die unterschiedlichen Tarife, die man bei einer kleinen Recherche entdecken kann, die aber am Waldbad selbst mit keiner Zeile erwähnt werden. Auf der Website des Waldbad-Betreibers Gegefa (und sonst nirgends) wird eine “Einzelkarte für Frühschwimmer” erwähnt, die einen Euro pro Stunde kosten soll. Wie der “Frühschwimmer” genau definiert ist, wird allerdings nicht erwähnt.
Außerdem gibt es eine Saisonkarte für 200 €. Das entspricht dem Preis von vier Monatskarten – und das Waldbad ist ja tatsächlich von Mitte Mai bis irgendwann im September geöffnet. Der Vorteil: Man hat damit auch die “halben” Monate Mai und September abgedeckt. Aber auch die Saisonkarte rechnet sich nur, wenn man dem Waldbad in diesem Sommer auch mindestens 67 Besuche abstattet. Bei zwei Wochen Sommerurlaub außerhalb von Falkensee muss man also eine Wochenquote von vier Besuchen einhalten. Egal wie das Wetter ist.
Und noch ein Preismodell: die Familienkarte. Diese wird wiederum nicht auf der Gegefa-Website verraten, auch nicht auf dem Aushang am Waldbad selbst, sondern exclusiv auf der Homepage der Stadt Falkensee vermeldet. Eltern mit bis zu drei Kindern baden für 7 Euro, heißt es dort. Ob beide Elternteile (sofern vorhanden) gemeint sind, wird nicht explizit erwähnt. Aber auch dieses Angebot wird erst bei einem mehrstündigen Aufenthalt günstiger als die Regelung des Vorjahres.
Die Änderungen erfolgten übrigens (Achtung: Zitat von der Falkensee-Homepage) “auf Wunsch vieler Badegäste”. Nee, is klar – ich hatte mich auch schon drüber beschwert, dass es zu billig war. Sind ja auch gut für meine Figur, die erhöhten Eintrittspreise – bleiben Pommes und Eis eben am Kiosk liegen.



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