Zugegeben: Der Gedanke an einen Sprung ins Freibad fällt derzeit schwer – aber der Regen soll ja wärmer werden….
So oder so: Das Waldbad ist ab dem 15.Mai wieder geöffnet. Allerdings mit einer neuen Gestaltung des Eintrittsgeldes. Und die große Überraschung ist zunächst: Es scheint billiger zu werden. Zumindest für Gäste, die länger als drei Stunden bleiben möchten.
In diesem Jahr soll ein ganztägiger Aufenthalt für einen Erwachsenen 3 Euro kosten, für Kinder bis zum Alter von 15 Jahren und andere Ermäßigungs-Berechtigte werden 1,50 fällig. Die bisherige stundenweise Abrechnung entfällt laut der Veröffentlichung auf der Website der Stadt Falkensee.
Bis zum Ende der vergangenen Badesaison wurde tatsächlich noch pro Stunde bezahlt: Erwachsene 1 Euro, Kinder 50 Cent. Und das übrigens nach einem höchst skurrilen System: Man musste zunächst den gesamten Eintritt bis zum Feierabend vorstrecken und bekam bei früherem Verlassen des Bades das nicht verbrauchte Geld an der Kasse zurück.
Man stelle sich das mal im Restaurant vor: Jeder Gast muss am Eingang 50 Euro hinterlegen und bekommt zum Schluss den nicht verkonsumierten Betrag zurück. Irgendwie absurd – aber so lief es im Waldbad.
Nun wird es also anders und oberflächlich betrachtet zunächst einmal günstiger. Denn wer im vergangenen Sommer tatsächlich die gesamte Öffnungszeit von 9 – 20 Uhr nutzte, war als Erwachsener mal eben 11 Euro los. Jetzt werden dafür nur noch 3 € fällig. Aber ist es wirklich für die meisten Badegäste eine Ersparnis?
Der Teufel steckt im Detail: Viele Menschen gehen – besonders werktags – nur mal für ein oder zwei Stunden ins Waldbad. Die schwimmenden Rentner und andere Fitness-Bedürftige am Vormittag, die Eltern mit den Kindern nach Arbeit, Schule und Hort am Nachmittag.
Ich war beispielsweise oft mit meiner Tochter dort – so etwa von 16 bis 18 Uhr. Dann wird es gerade an kühleren Tagen doch langsam zu kalt – außerdem ist Zeit fürs Abendessen. Bezahlt habe ich für zwei Stunden 3 Euro für uns beide. In diesem Jahr werde ich für denselben Spaß 4,50 hinlegen müssen. Noch deutlicher ist der Unterschied bei einem Einzel-Stündchen eines Fitness-Bedürftigen: Statt 1 € wird nun das Dreifache fällig.
In den Sommerferien werden sicherlich gerade die Schüler sehr von der neuen Preisgestaltung profitieren – für die vielen Senioren, die nur mal eben ein paar Bahnen schwimmen wollen, wird es teurer. Und auch für diejenigen, die auf Anraten des Orthopäden ihres geringsten Misstrauens etwas für den Rücken tun wollen – oder für Mami oder Papi, die ihren Sprösslingen nach Feierabend noch einen kleinen Badespaß bescheren wollen. Sie alle zahlen drauf, wenn es die stundenweise Abrechnung tatsächlich nicht mehr geben sollte.



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