Ein Bocadillo ist ein belegtes Brötchen. Aber eben ein spanisches. Und es kommt nach Falkensee. Es ist vergleichbar mit einem echten französischen Baguette (hierzulande praktisch nicht zu bekommen), das in drei oder vier Teile geteilt wird, darauf kommt Chorizo oder Schinken, vielleicht auch noch Käse und ein bisschen Tomate. Ab Montag wird die Taparei am Bahnhof ihre Öffnungszeiten fast verdoppeln und neben Bocadillos weitere “Tagesessen” anbieten.
Klar, viele deutsche Urlauber wollen auch in Spanien nicht auf Graubrot, “Snitzel” und “Würstel” verzichten. Aber es gibt ja auch Menschen, die sich in der schönsten Zeit des Jahres auf die landestypische Küche einlassen. Diese Spezies sitzt dann anschließend in der Heimat noch monatelang beim Essen, hat eine Mischung aus genießerischem Lächeln und Fernweh im Gesicht, und fragt sich: Warum gibt´s das hier nicht?
Nun, was Tapas angeht, wurden diese Menschen ja in den vergangenen Monaten von der Taparei bereits eines Besseren belehrt. Jetzt macht Betreiber Gerard Wutsch den nächsten, von Anfang an angekündigten Schritt und öffnet an Werktagen auch tagsüber. Die Speisekarte wird sich dabei von der des Abends unterscheiden – und die erwähnten Bocadillos spielen eine Hauptrolle.
Von denen gibt es noch eine kleinere Variante, Montaditos genannt. Auch die sind in der Taparei künftig tagsüber im Angebot, den Belag bestimmt der Gast. Außerdem wird ein “Gericht der Woche” eingeführt. Je nach Saison soll es Eintöpfe geben (eher im Winter) oder Pasta mit Chorizo (eher im Frühjahr.) Auch Salate werden auf der Wochenkarte stehen, pur oder mit “Fleischbeilage,” je nach Wunsch.
Beim Dressing will der Küchenchef durchaus auch mal tiefer in die Trickkiste greifen – es muss nicht immer “Joghurt mit Kräutern” sein. Statt dessen kann das Modell “1000 Islands” eine Rolle spielen – oder es wird etwas Neues auf Orangen-Basis kreiert.
Wenn Gerard Wutsch das erzählt, strahlen seine Augen – man merkt, der Mann will seine Kreativität und die seines Küchenteams an den Gast bringen und dessen Geschmacksnerven immer mal wieder neu stimulieren. Dazu ist ab diesem Montag an Werktagen jeweils schon ab 12 Uhr geöffnet – gegen 17 Uhr wechselt das Angebot dann wieder zurück zur gewohnten Tapas-Karte. An Samstagen bleibt alles beim Alten – 17-24 Uhr gibt es Tapas, der Sonntag ist Ruhetag.
Unter der Woche aber eröffnet sich damit auch eine weitere Möglichkeit, am früheren Nachmittag mal einfach eine Riesentasse Milchkaffee zu schlürfen. Kostet nur 2,80 € – und wenn das Wetter demnächst wieder besser wird, kann man auch draußen sitzen. Direkt am Bahnhof ist der UMTS-Empfang gut, da kann man seinen Laptop mitbringen und ein bisschen Arbeit in der Sonne verrichten. Dazu “un café con leche y un bocadillo” – klingt doch fast wie Urlaub, oder?







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