An Pfand auf Dosen und PET-Flaschen haben wir uns ja schon lange gewöhnt – aber mit den ganzen Unwägbarkeiten bei der Rückgabe werde ich mich wohl nie abfinden. Letztens im REAL-Markt in Falkensee durfte ich mal wieder die ganze Palette der Gefühlswelt zwischen Belustigung und Wut in wenigen Minuten durchleben.
Schön waren die Zeiten, als an der Leergutrückgabe noch ein Mensch die Kisten entgegennahm. Diese Menschen waren zwar auch mal schlecht gelaunt, aber man konnte mit ihnen wenigstens diskutieren, was nun zurückgenommen werden muss und was nicht.
Mit Automaten kann man nicht diskutieren. Die REALe Pfandmaschine schluckt zunächst meine beiden Bierkästen anstandslos. Dann geht´s los mit den Plastikflaschen. Die erste verschwindet. Die zweite – mööp. Wie bitte? Ist eine ganz normale Wasserflasche, Lichtenauer, dieses komische Zeug mit ein bisschen künstlichem Fruchtgeschmack, anderthalb Liter. Genau wie die erste. Gibt es drinnen im Markt. Aber mööp.
Ich probiere es nochmal. Wieder mööp. Was ist los mit der Flasche? Flasche leer, wie Trapattoni sagen würde – Etikett ist intakt. Aber an der Seite ist eine kleine Delle. Die warme Luft drinnen hatte sich in der Kälte im Kofferraum zusammengezogen. Ich muss den Deckel aufschrauben, die Flasche saugt Luft ein, es knackt – und der Automat zeigt sich wieder in Nehmerlaune. Offenbar müssen in einem 1,5-Literbehälter bei der Rückgabe genau 1,5 Liter Luft sein.
Bei fast jeder andern Flasche geht es genauso. Aber ich habe kapiert. Aufschrauben -> pffff -> kein mööp. Und bloss nicht den Deckel wegwerfen, sonst mööp. In einer Flasche ist noch ein Minirest Flüssigkeit. Mööp. Das abgestandene Zeug schmeckt übel. Aber ich werde mit 25 Cent entschädigt.
Eine Flasche hat kein Etikett mehr. Wird auch nicht genommen. Keine Chance. Wieder 25 Cent Gewinn, die sich der Supermarkt durch die Hintertür reinzieht.Ich werde investigativ herausfinden, wer das Etikett abgepopelt hat und 25 Cent vom Taschengeld abziehen.
Und dann noch die Dosen. “Relentless” – ein Zeug wie “Red Bull”, nur halb so teuer. Die erste verschwindet, die zweite auch. Die dritte quittiert der Automat mit großer Entrüstung. Er wirft mir den Pfandbon entgegen und löst Rot-Alarm aus wie auf der Enterprise – Blinklicht und MÖÖP, MÖÖP, MÖÖP – es hört gar nicht mehr auf. Die Kunden am Nachbar-Roboter schauen mich mit einer Mischung aus Vorwurf und Mitleid an. Der Typ ist zu blöd, den Pfandautomaten zu bedienen, denken sie.
Nach etwa drei Minuten MÖÖP, MÖÖP, MÖÖP kommt ein Blaumann durch die Tür. Wortlos schließt er den Automaten auf, killt das MÖÖP, stellt die Alien-Dose drinnen auf die Maschine und gibt mir einen weiteren Pfandbon.
Ich schaue auf meine beiden Zettel und versuche zu überprüfen, ob der Dosen-Robot zumindest richtig gezählt hat. Da steht:
Oneway comp 12 x 0.25
refillable 1 x 0.15
Crate 2 x 1,50
refill crate 40 x 0,08
Und auf dem anderen Zettel: oneway comp 1 x 0,25
Bitte was? Sprecken sie Doitsch? Oneway, refill, crate – will REAL hier etwa einprogrammierte Abrechnungsfehler vertuschen? Was soll der Nicht-Anglist aus diesem Kauderwelsch rauslesen? Die Pfandautomaten sind offenbar Klischee-Ausländer, schlecht integriert und unzuverlässig.
Da fahre ich doch künftig lieber wieder ein paar Meter weiter zu Selgros. Da nehmen Menschen das Leergut entgegen. Die meisten sind sogar sehr freundlich. Und egal, welche Nationalität sie haben, ich verstehe sie. Die sagen “guten Tag” statt “MÖÖP”.







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Ich hatte diese Woche auch ein Treffen mit eben diesen Geräten. Die haben problemlos alles angenommen, sogar die Verbeulten… “Tagesform” scheint auch ein Wesenszug zu sein.
Köstlich. Ich könnte beim Ablegen des ALDI-Abiturs auch immer nur ausrasten. Wir haben meistens 8 blaue Säcke und gehen damit zu LIDL. DIe haben zwei Automaten und schlucken alles.