Falkensee hat ohne Zweifel eine rasante Entwicklung hinter sich. Aber wie geht es weiter? Wohin wird sich die Stadt entwickeln? Über zwei Jahrzehnte nach der Wende ist kein übergeordnetes Konzept erkennbar. Quo vadis, Falkensee? Was wird aus der Stadt, in der ich seit 17 Jahren lebe?
“Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen,” sagte einst Helmut Schmidt. Ich meine, in manchen Bereichen sollte man durchaus Visionen haben – gerade wenn es um die Entwicklung einer Stadt geht. Dabei sind vor allem die Stadtverordneten gefragt, denn sie sind eigentlich diejenigen, die dem Bürgermeister und seiner Verwaltung die Richtung vorgeben sollen.
Wo aber ist die Idee von Falkensee 2050? Norbert Kunz, Stadtverordneter der Linken, schrieb kürzlich bei Facebook: “Dazu gab es in der SVV bereits einen Vorstoß: Leitbild entwickeln und Einzelplanungen aufeinander abstimmen – von CDU und SPD abgelehnt mit der Begründung, dass eine solche Mammutplanung für die Größe Falkensees zu umfänglich und deshalb auch zu teuer wäre.” Von einem knapp sechsstelligen Betrag sei die Rede gewesen – angeblich zu viel. Also erstmal weiter mit Vollgas durch den Nebel.
Immerhin wurden kürzlich im Stadtentwicklungsausschuss “Leitlinien für den Einzelhandel” verabschiedet. Kernaussage: Das Zentrum am Bahnhof hat Vorrang. Wie aber kann dann immer noch das Projekt “Shopping-Tempel am Spandauer Platz” durch die Stadt geistern? 10.000 m² Verkaufsfläche sollen dort gegenüber von Hellweg entstehen inklusive Kaufland, ARAL-Tankstelle und McDonald´s, schreibt Uwe Abel. Für das eigentliche Zentrum wäre es ein weiterer Sargnagel – ebenso wie für die Läden in der Herlitzsiedlung und im Falkenmarkt. Und Supermärkte haben wir längst mehr als genug.
Ein Gutachten hat einen künftigen zusätzlichen Bedarf an Verkaufsflächen von knapp 9.000 m² im Zentrum festgestellt – und etwa dieselbe Neufläche nochmal für die fünf (!) “Nebenzentren” insgesamt empfohlen. Danach dürfte die Planung am Spandauer Platz, der zu einem dieser Nebenzentren gehört, niemals Wirklichkeit werden. Denn dieses Gutachten fußt auf einer Vision von einem lebenswerten Zentrum am Bahnhof mit Geschäften und Cafés.
Das Vorhaben, am Pendlerparkplatz an der Scharenbergstraße eine Zwillingshalle entstehen zu lassen, läuft diesem Ideal ebenfalls zuwider. Ein Riesenklotz, der zudem noch ca. 140 – 150 weitere Parkplätze benötigt, die am Rand des Gutsparks entstehen sollen, würde möglicherweise die letzte Chance, ein “Zentrum” zu etablieren, zunichte machen.
Das Grundproblem scheint immer das gleiche zu sein: Es werden Einzelprojekte in Angriff genommen, die, isoliert betrachtet, auch durchaus Sinn machen könnten. Aber sie passen in kein übergeordnetes Konzept – weil es ein solches schlichtweg nicht gibt. Stückwerk statt Perspektive. Und in einigen Jahren ärgern wir uns über die nächsten Bausünden.
Eine detaillierte Vorausplanung auf Jahrzehnte hinaus ist sicher nicht möglich, aber auch nicht nötig. Dennoch braucht eine Stadt wie Falkensee Zukunftsideen. Ein Leitbild. Eine Vision. Ich kann nicht verstehen, wie man ohne dergleichen überhaupt Politik machen kann.
Und wenn es die SVV nicht als Gesamtheit schafft, dann sind die einzelnen Fraktionen gefragt, ihr jeweiliges Bild von “Falkensee 2050″ zur Diskussion zu stellen. Wer den Wählern keine Perspektive aufzeigen kann, der sollte auch nicht gewählt werden.
Quo vadis, Falkensee? Wo geht er hin, der Weg? Ich will es endlich wissen – von denen, die ihn pflastern.
(P.S.: Vielleicht gibt es ja am Montag ein wenig Erhellung. Thomas Zylla, Baudezernent und stellvertretender Bürgermeister stellt sich den Fragen u.a. der IG Zentrum – alle Interessierten sind herzlich eingeladen ins Kultur- und Seminarhaus des ASB in der Ruppiner Str. 15 – Montag, 14. Mai um 20 Uhr)







Mein Leben ist in Falkensee nach der Wende mit Angst verbunden!
Nachdem das Volkseigentum verhökert wurde sollen wir, die zu DDR Zeiten für Wohnzwecke ein Haus kaufen mußten, lieber hätte man eine staatliche Genossenschaftwohnung genutzt, nun nocheinmal zur Kasse gegeben werden! Keiner konnte sich so etwas vorstellen, man soll eine 1933 bezahlte Straße, die nie gebaut wurde, heute nun voll bezahlen! Es ist wie in einem Russenfilm, man soll also mehr für einen Straßenausbau bezahlen, den eigentlich die Stadt hätte übernehmen müssen! Damals gezahlte 1200RM ergaben eine Baufläche von 400m², diese Flächen verkauft nun die Stadt für Preise von 100-250€/m²! Also 400m² Bauland erbringen 40000€ im billigsten Falle! Nun kam bei der Versammlung der BI im Bayrischen Hof klar sogar die erwartenden Preisvorstellungen ins Gespräch! Wir haben uns an die Sandstraßen gewöhnt und wollen nicht durch einen Ausbau der auf unsere Kosten erfolgen soll enteignet werden! Man stelle sich vor, man bezahlt für eine Straße die einen nicht gehört und soll dafür noch den Lärm begrüßen?? Wie gesagt, solche Vorstellungen gab es nicht im Russenfilm, wie man sich diese neue Demokratie nun vorzustellen hat. Millionen Einnahmen auf der einen Seite der Stadt und Verelendung der Hausbesitzer, die nun heute alles Ostrentner sind und keine Ministerruhegehälter wie ein Herr Speer mit 14000€/Monat rechnen können. So sieht unsere Demokratie nicht aus! Müssen wir alle erst auf die Straße gehen und für unsere Freiheit kämpfen? Ein Wutbürger der in Angst in dieser Stadt lebt und damit krank gemacht wird! Controller
Eine Anfrage beim Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten ergab: Bindefrist in der Regel 15 Jahre ab Bewilligung. Wenn ich von Bewilligung 2007 ausgehe ( bin mir nicht sicher) Könnten wir das Thema in 10 Jahren nochmals angehen – Wenn es bis dahin nich durch ” geschickte” Planungen vermurxt wurde…
Wäre doch mal eine halbwegs langfristige Planung: Übergangslösung (wie auch immer) bis 2022 und dann “richtig” durchstarten!
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War nicht mal geplant, die Bahnhofstr. ab der Poststr bis zur Seegefelder Str. Als Fußgängerzone umzuentwickeln? So etwas klingt zwar ” radikal”, aber dies hat auch in anderen Städten funktioniert. Rückbau der Straße, breite Wege, in der Mitte noch kleine Cafés… Natürlich dauert so ein Prozess, aber ein Anfang wäre es.
Dann ist auch die Verlängerung der Seegefelder bis an den Parkplatz sinnvoll .
Das Thema dürfte vorerst tot sein – denn bei der Sanierung der Bahnhofstraße wurden EU-Fördermittel verbaut, die an eine bestimmte Straßenart gebunden sind. Man hatte ja auch mal durchgängig Tempo 30 eingeführt und wurde schnell zurückgepfiffen, weil man dann die Fördergelder hätte zurückzahlen müssen. Deshalb gibt es jetzt die einzelnen 30er-Teilstücke bei Schulen und Kitas, nur das ist gestattet. Ein weiteres 30er-Stück soll wohl noch vor der neugebauten Behinderten-Wohnanlage kommen, die kurz hinter Villanos und Fahrradhaus Steen entstanden ist.
Wenn ich könnte, würde ich für diesen Beitrag zehn “likes” vergeben.
Fortführung Deines Satzes “Und wenn es die SVV nicht als Gesamtheit schafft, dann sind die einzelnen Fraktionen gefragt, ihr jeweiliges Bild von “Falkensee 2050″ zur Diskussion zu stellen.”:
Und wenn es die Fraktionen nicht schaffen, dann sollte es eine breit aufgestellte, parteiübergreifende und -unabhängige “Bürgerwerkstatt Falkensee” geben, die – ausgehend vom jetzt akuten Problem des “Zentrums” – eine solche Vision für die gesamte Stadt entwickelt. Dazu müsste man nicht mal bis zum Jahr 2050 gehen – die Betrachtung der nächsten 20 Jahre wäre ja auch schon mal was.
Für mich verlaufen die Sollbruchstellen solcher Planungen jedenfalls nicht entlang der Parteigrenzen, sondern zeigen sich daran, ob sie zukunftsfähig (“enkeltauglich”) oder zukunftsfeindlich sind. Mit Denkansätzen der 1990er Jahre schaffen wir keine nachhaltige, zukunftstaugliche Stadt.
Beispiel hierfür ist der heute noch vorherrschende, von endlichen fossilen Rohstoffen angetriebene Auto-Individualverkehr, der in künftige Verbundkonzepte mit ÖPNV und z. B. E-Car-Sharing zu überführen wäre. Hier könnte sich Falkensee sogar als “Modellstadt” profilieren und in den Genuss von Fördermitteln kommen.
Und was die Kosten angeht…
… da gibt es ja schließlich die Städtebauförderung. Gewieftere Stadtverwaltungen lassen sich ihre integrierten Stadtentwicklungskonzepte – ISEKs (inkl. breiter Beteiligung zur Leitbildentwicklung) von Bund/Land fördern.