Männerparkplatz

13. April 2012
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Der Einkaufswagen ist voll, die Familie schiebt sich aus dem Kassenbereich des Supermarktes im Havelpark hinaus. Spätestens jetzt beginnt das verminte Gelände. Boutiquen, Parfümerien, Schmuckläden. Der kürzeste Weg Richtung Auto ist bereits durchgeplant. Aber da es in einer Familie recht häufig auch weibliche Mitglieder gibt, wird daraus nichts. “Wir wollen nur noch mal kurz….” “Wir haben doch noch genug Zeit…..” 

Marc Picard bleibt rechts liegen, an New Yorker und Adler kommen wir gut vorbei, auch H&M ist überlebt. Da fällt der Blick in die “Dunkle Ecke,” wie sie in Männerkreisen genannt wird. Auf dem Weg nach ganz hinten taucht zuerst links ein Schuhgeschäft auf, dann rechts ein Schuhgeschäft – und am Ende C&A.

Kein Entrinnen. “Nur mal eben…..” Seufz. Die Rettung: Genau vor dem Eingang zu Charme & Anmut steht eine Bank. Drei Sitzplätze. Wenn Mann eng zusammenrückt, auch sechs. Daneben genügend Platz für den Einkaufswagen – und, nur 5 Meter entfernt, ein Zeitungsladen. Schnell was zum Lesen besorgt, “ich warte hier, geht Ihr mal gucken.”

Es ist eine Oase. Männer jeden Alters, die sich nie zuvor gesehen haben, sitzen Schulter an Schulter. Schweigend. Männer müssen nicht reden. Worüber auch, in solch einer unwürdigen Situation? Wäre es wie in Australien, dann würden sie vielleicht sogar miteinander sprechen.

In Sydney hat IKEA Bahnbrechendes geschaffen. Weltweit können bei den Schweden die Kinder im “Smaland” vorübergehend entsorgt werden, um üppiges und quengelfreies Shoppen der Eltern zu garantieren. Aber “Down Under” geht man noch einen Schritt weiter. Nur die Kreditkartenträgerin wird durch den Laden gelassen. Papa bleibt im “Man Land.” Kicker, Flipper, Wii – Yesssss! Eine klassische Win-Win-Situation. Die letzte Umsatzbremse an der Seite der Frau ist ausgeschaltet – und Mann findet es auch noch toll.

Einfach mal angucken:

Liebe Betreiber des Havelparks: Die Bank in der “Dunklen Ecke” ist extrem wichtig. Aber es geht besser. Wenn Ihr mir schon die leckerste Currywurst der Region genommen habt, dann macht wenigstens beim Thema “Männerparkplatz” den nächsten Schritt. Wir warten…..

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5 Responses to Männerparkplatz

  1. Mynnia on 25. September 2012 at 01:43

    Männer (nicht alle. Nur die sich durch den Artikel angeredet Fühlenden), schaut doch mal in die Schuh- und Kleidungsgeschäfte.

    Ihr werdet überrascht sein, dass es auch Schuhe und Kleidung für Männer gibt.
    Ja! Sie taucht nicht durch Magie in der Hand von Freunden und Verwandten auf, die sie euch geben.

    So könnt ihr euer eigenes Aussehen auch optimieren oder aus Quatsch temporär für den Spiegel verwandeln und müsst gar nicht doof rumsitzen.

  2. der schrääge on 19. April 2012 at 18:49

    … ich stelle mir gerade die Center-Durchsage vor: “… der `kleine` Frank möchte aus dem Bällebad abgeholt werden …”

    ;) wie immer – sehr schön geschrieben !!!
    … und vor allem (auch wie fast immer) absolut treffend !! Ich glaube auch, dass es nichts schlimmeres für einen mitteleuropäischen Einkaufstütenhinterherträger gibt, als den weiblichen Teil der Familie beim Shoppen zu begleiten …

  3. Spreewilder on 15. April 2012 at 11:45

    Köstlich! Ich habe ganz ehrlich gesagt ähnliche Langeweiole im Havelpark. So lange kann selbst ich mich nicht im MediMax aufhalten. :-)

    Mein Tipp an den Havelpark – Manager: Bitte einen Männer – Verweilraum organisieren! Was da geboten werden soll? Ganz einfach…fragen Sie zwei Wochen lang die Männer auf den blauen Bänken.

  4. Uwe Abel on 14. April 2012 at 08:44

    Genial :-; Gibt es in einem Kaufhaus auf der Düsseldorfer Kö auch schon.

    Uwe

  5. [...] daraus nichts. “Wir wollen nur noch mal kurz….” “Wir haben doch noch genug Zeit…..” Weiterlesen…. TeilenShareTags: Dallgow, Falkensee, Falkensee-Blog, Havelpark, [...]

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