Ich werde es wohl nie verstehen. Wenn die “Öffentliche Hand” etwas baut, dann wird es am Ende deutlich teurer als geplant. Warum ist das so ein offensichtlich zwangsläufiger Mechanismus? Warum ist niemand in der Lage, Kosten eines Bauvorhabens zuverlässig zu kalkulieren?
Ob Rathaus, Jugendclub oder Feuerwehrdepot in Schönwalde, ob Bürgeramt, Busbahnhof oder Straßenbau in Falkensee ständig müssen nachträglich Mittel in den Haushalt eingestellt werden. Das Ausmaß schwankt dabei zwischen wenigen Prozentpunkten und einer Vervielfachung der ursprünglich angesetzten Kosten. Dass etwas billiger wurde als geplant, habe ich irgendwie noch nie gehört.
Über drei Millionen Euro wird der Umbau des alten Postgebäudes in ein Bürgeramt kosten – ursprünglich war mal von zwei Millionen die Rede, die Eröffnung war für den vergangenen Mai geplant. „Eine Sanierung ist teurer als ein Neubau,“ wird der Bürgermeister von der BRAWO zitiert. Warum hat man dann nicht gleich neu gebaut?
Gegenüber wurde beim Pavillon am Busbahnhof während der Bauphase kräftig abgespeckt, um die Kosten nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Ansonsten hätte man wohl das Doppelte der ursprünglich veranschlagten Summe berappen müssen.
In Schönwalde läuft es ähnlich: Für das neue Rathaus war vor drei Jahren mal eine Million veranschlagt worden. Jetzt stehen 3,6 Millionen in der Endabrechnung. Der Jugendclub Schönwalde wurde ebenso etwa 10 Prozent teurer wie das Feuerwehrdepot in Grünfeld.
Hat mich meine Mutter angelogen, als sie predigte: “Wer größere Ausgaben plant, der sollte es immer ein bisschen großzügiger veranschlagen- dann wird man am Ende höchstens positiv überrascht?” Gibt es keine Gutachter, die vorab eine präzise Kostenrechnung aufstellen können?
Bin ich etwa ein Weltwunder, weil mein Hausbau damals genau soviel kostete wie ursprünglich geplant? Ich bin wohlgemerkt nicht vom Fach und eine handwerkliche Niete. Aber ich bin in der Lage, mir einen Katalog durchzulesen, mich zu entscheiden, was ich haben will, und die Preise zusammenzuzählen. Oder vorher vertraglich festzulegen, welche Leistungen zu erbringen sind und was es kostet.
Wer mir vorher keinen festen Preis nennen kann, der kriegt keinen Auftrag. Ich arbeite auch nicht für Auftraggeber, die mir erst hinterher sagen können, was ich dafür bekomme.







Das liegt daran, dass die Firmen öffentliche Aufträge scharmlos ausnutzen. Durch die öffentliche Ankündigung ist allen etwas versprochen worden, was auf jeden Fall umgesetzt werden muss. Koste es was es wolle. Es ist unglaublich, was Firmen im Strassenbau durch öffentliche Aufträge nur damit verdienen, dass Sie die Strassen, zur Freude aller Autofahrer, absperren und dann erstmal wochenlang nix tun. Die Schilder und Barken werden zu hohen Kosten vermietet.