Schön war´s. Hat mal wieder Spaß gemacht, der griechische Abend im Karyatis. Gut gegessen bei Live-Musik, ausgelassene Stimmung, Sirtaki-Tänze, später ein bisschen Disco. Eine richtig nette Feier zum 15jährigen Jubiläum. Aber wer Aki, den Inhaber kennt, der hat auch bemerkt, dass sich da ein Wermutstropfen in den Ouzo gemischt hat. Fast ein Drittel der reservierten Plätze blieb leer. Rund 20 Menschen haben Tische bestellt und sind dann doch nicht gekommen. Warum?
Es kann ja immer mal was dazwischen kommen. Einer in der Familie wird krank, die Oma kommt spontan zu Besuch oder das Auto streikt. Dann könnte man doch wenigstens anrufen und absagen. Selbst gestern tagsüber klingelten noch potentielle Gäste im Karyatis an und mussten eine Absage hinnehmen. “Tut uns Leid, wir sind leider völlig ausgebucht.” Und dann bleiben die Reservierer einfach weg. Verschwörungstheoretiker würden daraus womöglich eine konzertierte Aktion eines Konkurrenten konstruieren.
Davon gehe ich jetzt mal nicht unbedingt aus. Aber jeder, der Plätze reserviert, sollte sich auch einiger Tatsachen bewusst sein: Der Hauptgrund, ein Restaurant zu betreiben ist, damit Geld zu verdienen. Auch wenn man sich gerade im Karyatis häufig wie im eigenen Zweit-Wohnzimmer fühlt – es ist ein Geschäftsbetrieb, der seinem Inhaber und den Angestellten zum Lebensunterhalt dient und der gleichzeitig auch Geld in unser aller Steuersäckel spült. Das sollte man respektieren. Wenn solch ein Betrieb nun einen besonderen Abend ankündigt, dann ist das neben Eigenwerbung auch ein Service für die Gäste – in einer Stadt, in der man Veranstaltungen für Familien oft genug mit der Lupe suchen muss.
Zudem ist solch ein Abend auch nicht zwangsweise ein außergewöhnlich hoher Reingewinn für den Wirt. Abgesehen davon, dass gerade im Karyatis bei solchen Gelegenheiten etliche Ouzo “auf´s Haus” gehen, muss er zusätzliches Personal anfordern und bezahlen – und auch die Band will mehr als nur Applaus. Die Kosten für alle Mitarbeiter und Musiker sind fix – egal, wieviele Gäste kommen. Außerdem werden mehr Vorräte angelegt als an einem “normalen” Wochenende. All dem liegt eine Kalkulation zugrunde, die auf einer vorhersehbaren Anzahl von Gästen beruht.
Wenn dann aber erst Leute weggeschickt werden müssen, weil Andere die Plätze reserviert haben und eben diese Plätze am Ende leer bleiben, dann haut die Kalkulation nicht mehr hin. Das Essen wurde sozusagen bestellt, aber nicht abgeholt – ein Teil davon muss in den Müll wandern. Das Personal wird so oder so bezahlt – im dümmsten Fall bleibt dem Wirt ein Minus und er wird sich künftig dreimal überlegen, Veranstaltungen anzubieten. Das wäre auch für Falkensee ein Minus.
Wahrscheinlich steht dieses Verhalten im Einklang mit dem Reservieren der Liegen am Urlaubspool, die dann doch den ganzen Tag nicht genutzt werden. Das ist genauso ärgerlich, kostet aber wenigstens nichts. Tische zu reservieren und nicht zu nutzen, kostet Geld – das der Anderen.
Es ist eine Frage des Respekts gegenüber der Arbeit anderer Menschen, des Respekts gegenüber diesen Menschen selbst. Es ist vor allem eine Frage der Erziehung. Auch, wenn diese Sätze heutzutage “old-school” klingen: Sowas macht man nicht. Es ist unanständig.







Ein sehr schöner Beitrag, lieber Frank.
Und ich als ehemaliger Gastronom kann Deine Meinung nur bestätigen.
Es ist für einen Gastronom äußerst Fatal, wenn reservierter Gäste nicht erscheinen.
Es ist in etwa so:
“Du nimmst Dir einen Kredit bei einer Bank.
Du erhältst dieses Geld jedoch nicht.
Du musst dennoch die Rückzahlung leisten.
Hinzu kommt im Vorfeld:
“Leider können wir Ihre Reservierung nicht annehmen, wir sind ausgebucht!”
Wenn diese Aktion Schule macht, dann geschieht in den Restaurants das,
was derzeit in vielen Hotels geschieht.
Einfach jede Buchung annehmen. Wir regeln das schon.
Und prämiert wird folgende Situation:
“Wir sind überbucht und weichen auf die Badezimmer mit Matratzen
oder Partnerhotels aus (das gibt dann ja auch Provision).”
Mein Beileid für Karyatis.
Ich hoffe, sie gleichen den Verlust aus und sind weiterhin für uns da.
Schönen Gruß, Arthur
Ein Bravo dem Verfasser des Artikels. Er hat sich wenigstens Gedanken gemacht, und nicht nur Rumgemeckert das in Falkensee nichts los ist. Es ist doch in der heutigen Zeit,keine einfache Sache 15 Jahre ein Dienstleistungsunternehmen zu führen. Deshalb sollte man sich doch freuen, das es das Restaurant Karyatis und somit Abwechselung gibt!So macht man nur die Motivation weiter zu machen zunichte!! Liebe Grüße ein Gast