Teure Mietwohnungen in Falkensee, skandalöse Zustände im Gesundheitszentrum, eine illegale Feuerwehr, ein verspäteter REWE-Markt und eine Silbermedaille für Rocks Core – es war schon wieder viel los in Falkensee. Zeit für eine Zusammenfassung.
- Wer in Falkensee wohnen möchte, aber kein eigenes Grundstück mit Häuschen drauf hat, der hat ein Problem. Bezahlbarer Wohnraum zum Mieten ist rar – und entsprechend teuer. Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, dem auch die beiden Falkenseer Wohnungsgenossenschaften angehören, hat festgestellt, dass Mieten in Falkensee ähnlich hoch liegen wie in den besseren Berliner Bezirken. Im Vergleich der Städte Brandenburgs liegt Falkensee auf Rang 3 noch vor Potsdam, nur Teltow und Wildau sind teurer. Das Problem, dass es in Falkensee schlichtweg zu wenige Mietwohnungen gibt und deshalb die Preise immer weiter gestiegen sind, existiert, seit der Zuzug nach der Wende begann. Geändert hat sich seitdem kaum etwas.
- Zu wenige Mülltonnen, zu wenige Parkplätze – die Fehlplanungen rund um das Gesundheitszentrum sind schon lange bekannt. Mittlerweile haben offenbar auch immer mehr Menschen bei der MAZ angerufen und sich über herumliegende Spritzen und blutige Binden beschwert, die neben den überfüllten Müllcontainern gefunden wurden. Jetzt hat die Kreisverwaltung die Hausverwaltung ermahnt und die Hausverwaltung hat ihrerseits den mahnenden Zeigefinger gegenüber den Mietern gehoben. Gleichzeitig hat sich die Parkplatzsituation weiter verschlechtert, weil die neue Bäckerei nun einige Buchten ausschließlich für die eigenen Kunden reklamiert.
- Die Falkenseer Freiwillige Feuerwehr hat offenbar sechseinhalb Jahre lang ohne rechtliche Grundlage gearbeitet. Städte über 30.000 Einwohner brauchen eigentlich eine Berufsfeuerwehr, Falkensee hatte eine Ausnahmegenehmigung des Landes. Das aber ist seit Mai 2004 gar nicht mehr zuständig, wie jetzt mehr oder weniger zufällig herausgefunden wurde. Der Landkreis hätte diese Genehmigung erteilen müssen, das soll jetzt nachgeholt werden.
- Was den Neubau der Polizeiwache angeht, will Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke Gas geben. Bevor er aber konkret werden kann, ist noch Abstimmung mit Finanzminister Helmuth Markov notwendig. Immerhin gab der Minister die Zusage, dass bei der Polizei in und um Falkensee vorerst keine Stellenkürzungen geplant sind.
- Die Polizei will künftig enger mit der Bahn, der Stadt und der Bundespolizei zusammenarbeiten, um “Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit auf Bahnhöfen und in deren Umfeld” zu verbessern. “Die Vertragspartner wollen neben dem Austausch von Informationen Konzepte entwickeln, mit denen das Sicherheitsempfinden für Bürger und Reisende erhöht werden kann,” heißt es in der MAZ. Mir wäre es bedeutend lieber, wenn man die Sicherheit verbessern würde und nicht nur das Empfinden. Ohnehin fragt man sich dabei, warum die Arbeit der einzelnen Institutionen offenbar bislang völlig unkoordiniert war. Auf jeden Fall ist zu befürchten, dass sich konkret nicht wirklich etwas ändert. Auch MAZ-Lokalchef Stefan Kuschel hat ernsthafte Zweifel.
- Der REWE-Markt im Akazienhof wird nun doch nicht Ende des ersten Quartals wiedeeröffnet. Offenbar ist es schwieriger als gedacht, diesmal ein Dach zu konstruieren, das oben bleibt. Wenn es gut läuft, wird es nun April – wenn nicht, dann eben später.
- Auch beim geplanten REWE in Dallgow gibt es Schwierigkeiten – wesentlich größere sogar als in Falkensee. Die Falkenseer Firma “Mauer-Häuser”, die den Bau bis zu einem gewissen Punkt hochgezogen hatte muss möglicherweise 450.000 Euro in den Wind schreiben, berichtet das Falkenseer Stadtjournal (wird noch verlinkt, sobald es online ist.) Dennoch soll das “EKZ Wilmsstraße” mit REWE, dm und Takko im Mai oder Juni 2012 eröffnet werden.
- Ach ja, und dann war ja auch noch die letzte SVV des Jahres – Uwe Abel berichtet ausführlich. Unter anderem davon, dass über die Straßenführung von der Seegefelder Straße zur Scharenbergstraße nach dem Abriss der alten Stadthalle schon ein Beschluss gefasst wurde. War da nicht vor einer Weile eine Bürgerbeteiligung angekündigt worden? Seitdem hatte man nichts mehr davon gehört – und nun stehen die Bürger offensichtlich vor vollendeten Tatsachen. Die Straße soll dann wohl vom Parkplatz vor der Stadthalle über deren aktuellen Standort in einem Bogen Richtung neuem Parkplatz an der Scharenbergstraße geführt werden.
- Stolz ist die Stadt auch darüber, dass man im “NRW-”Viertel zwischen Seegefelder und Spandauer Straße fast zwei Millionen Euro beim Anliegerstraßenbau verbuddelt hat, die nun zu 90% von den Bürgern abkassiert werden. Die nächsten “Zielgebiete” wurden festgelegt – Rücksicht auf die Finanzkraft der Anwohner, wie es FDP und Linke fordern, wird auch weiter nicht genommen. Der Antrag, kostengünstiger zu bauen, wurde abgelehnt. “Sie können nicht in jedem Fall dem Bürgerwillen folgen“ lässt sich Bürgermeister Heiko Müller zitieren. Sein üblicher Zynismus. Nein, man kann dem Bürgerwillen natürlich nicht folgen, wenn man möglichst tief in Bürgers Tasche greifen will.
- Und zum Schluss noch etwas Erfreuliches: Die Falkenseer Band Rocks Core hat bei einem Wettbewerb in Potsdam den zweiten Platz belegt. Mein Glückwunsch – Ihr macht auch einfach gute Mucke.
So, ganz schön viel geworden – deshalb gliedere ich die “Umland-News” mal lieber aus….Kommt demnächst.



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