Es geht auch billiger

28. Februar 2012
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Von selbst kommt die Falkenseer Stadtverwaltung nicht auf die Idee, die Geldbeutel der Bürger zu schonen. Da muss schon Privatinitiative her – und siehe da: Plötzlich ist es möglich, zumindest eine Straße bedeutend preisgünstiger zu bauen als ursprünglich geplant. Was aber noch längst nicht bedeutet, dass dies dann automatisch auch woanders umgesetzt wird.

Der Kiebitzsteig ist eine kleine unbedeutende Schlaglochpiste im Falkenseer “Vögelviertel” – zwischen Rotkehlchenstraße und Rabenweg. Im nächsten Jahr sollte dort nach den Plänen unserer Stadtverwaltung eine richtige schmucke Straße gebaut werden, mit Bürgersteig und Ablaufgräben. Kostenpunkt pro Anwohner: rund 10.000 Euro pro Grundstück.

Das war einem pensionierten Ministeriumsbeamten zuviel – er nahm die Sache in die Hand und erreichte tatsächlich, dass das Bauvorhaben für nur noch 3.700 Euro pro Anwohner durchgeführt wird. Die ganze Geschichte ist in der Januar-Ausgabe des Falkenseer Stadtjournals auf Seite 8 ausführlich festgehalten.

Der Kiebitzsteig wurde daraufhin aus der überteuerten städtischen Straßenbauplanung, für die der Bürger mit 90% der Kosten geradesteht, wieder herausgenommen. Weil dadurch ein Platz zum Abzocken frei geworden war, nominierte die Stadt eilends eine weitere Vögelstraße nach – es erwischte die Amsel.

Nicht, dass man aus der ganzen Aktion eine Lehre im Sinne der Bürger gezogen hätte und nunmehr auch weitere Straßen preisgünstiger anlegen würde. Nein, theoretisch muss sich auch künftig an jeder Sandpiste ein Anwohner finden, der viel Zeit hat und diese auch dafür investiert, Angebote einzuholen und sie dann im Rathaus vorzulegen.

Wieder einmal stellt man in der Falkenhagener Straße 45 eindeutig unter Beweis, dass Unternehmen wichtiger sind als Bürger. Hauptsache, die Baufirmen haben gute Einnahmen und zahlen fleißig Gewerbesteuer. Da die Stadt nur mit 10% an den Kosten beteiligt ist, fällt der Wucher nicht so sehr ins Gewicht. Das tut er aber bei den Anwohnern – ob die sich die Pläne, ganz Falkensee zu betonieren, leisten können, interessiert im Rathaus niemanden.

Und falls es mittlerweile den Wählern entfallen sein sollte, sei noch einmal daran erinnert: Sowohl der Bürgermeister als auch die stärkste Fraktion in der Stadtverwirrten-Versammlung, die immer fleißig alles abnickt, was die Verwaltung ihr vorlegt, gehören einer Partei an, deren Namen mit dem Wort “sozial” beginnt. Was für ein Etikettenschwindel.

 

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2 Responses to Es geht auch billiger

  1. Falkensee-Blog 19. March 2012 | Havelland on 20. März 2012 at 00:02

    [...] Es geht auch billiger Von selbst kommt die Falkenseer Stadtverwaltung nicht auf die Idee, die Geldbeutel der Bürger zu schonen. Da muss schon Privatinitiative her – und siehe da: Plötzlich ist es möglich, zumindest eine Straße bedeutend preisgünstiger zu bauen als ursprünglich geplant. Was aber noch längst nicht bedeutet, dass dies dann automatisch auch woanders umgesetzt wird. Der Kiebitzsteig ist eine kleine unbedeutende Schlaglochpiste im Falkenseer “Vögelviertel” – zwischen Rotkehlchenstraße und Rabenweg. Im nächsten Jahr sollte dort nach den Plänen unserer Stadtverwaltung eine richtige schmucke Straße gebaut werden, mit Bürgersteig und Ablaufgräben. Kostenpunkt pro Anwohner: rund 10.000 Euro pro Grundstück. Das war einem pensionierten Ministeriumsbeamten zuviel – er nahm die Sache in die Hand und erreichte tatsächlich, dass das Bauvorhaben für nur noch 3.700 Euro pro Anwohner durchgeführt wird. Die ganze Geschichte ist in der Januar-Ausgabe des Falkenseer Stadtjournals auf Seite 8 ausführlich festgehalten. Der Kiebitzsteig wurde daraufhin aus der überteuerten städtischen Straßenbauplanung, für die der Bürger mit 90% der Kosten geradesteht, wieder herausgenommen. Weil dadurch ein Platz zum Abzocken frei geworden war, nominierte die Stadt eilends eine weitere Vögelstraße nach – es erwischte die Amsel. Nicht, dass man aus der ganzen Aktion eine Lehre im Sinne der Bürger gezogen hätte und nunmehr auch [...] [...]

  2. Petra Przybylla on 29. Februar 2012 at 09:23

    Lieber Frank, super geschrieben, dein Artikel – mit so viel Wahrheit. Es ist ja allgemein bekannt, dass Mauscheln in den oberen Politiketagen egal wo, an der Tagesordnung ist. Hut ab, vor dem Herrn aus dem Kiebitzweg – er sollte vielleicht an interessierte die Adresse seiner Straßenbaufirma weiter geben…-:)

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