Wow! Es gibt manchmal tatsächlich noch positive Überraschungen seitens der Falkenseer Stadtverwaltung. Etwas, das eigentlich schon lange selbstverständlich sein sollte, wird nun in Angriff genommen. Künftig sollen die Anwohner von Sandstraßen durch einen Masterplan frühzeitig Bescheid wissen, wann sie ihre Tausender für den Ausbau bereit halten müssen. Für die Jahre 2011 bis 2014 steht die Planung schon recht detailliert fest, eine grobe Vorschau soll bis 2022 gegeben werden. sagte Falkensees Baudezernent Thomas Zylla gegenüber der MAZ.
Das Ganze soll im Internet einsehbar sein, die Feinplanung soll nach Fertigstellung vier Wochen lang im Rathaus ausliegen, zudem sind Bürgerversammlungen und sogar ein Sonder-Amtsblatt geplant. Chapeau! Die Bürger, denen für den Straßenausbau je nach Grundstücksgröße teilweise mehrere Tausender aus der Tasche gezogen werden, bekommen dadurch wenigstens eine Chance, rechtzeitig mit dem Sparen anzufangen. Schön wäre es noch, wenn man beizeiten eine Vorschau zu den ungefähren Kosten bekäme.
Ein echtes Zeichen von Transparenz und Bürgerorientierung seitens unserer Stadtverwaltung, man glaubt es kaum. Aber warum gab es das nicht schon in den letzten 20 Jahren? Ist es nicht eigentlich selbstverständlich, dass Bürger über solche Maßnahmen, die für viele einen tiefen finanziellen Einschnitt bedeuten, so früh wie möglich informiert werden?
Ich habe mich vor einer Weile mit einem Mann unterhalten, der ein für Falkenseer Verhältnisse “doppelt großes” Grundstück hat, zu dem er durch Erbschaft und nicht durch übermäßigen Reichtum gekommen ist. Er sagte, für den Anschluss an das Wasser- und Abwassernetz, den Straßenneubau und den Bürgersteig auf der anderen (!) Straßenseite habe er knapp 20.000 Euro auf den Tisch legen dürfen – inclusive der nötigen Bauarbeiten auf seinem Grund und der Ausfahrt. Mittlerweile dürfte er noch eine Nachforderung erhalten haben, nachdem für vier Jahre rückwirkend und für die Zukunft 90 statt 75% der Straßenbaukosten auf die Anwohner abgewälzt werden.
Eine Bekannte, die in der Nähe wohnt und Rentnerin ist, fragte bei der Stadt nach, wie sie denn die Kosten für Wasser- und Abwasseranschluß finanzieren solle. Die kackfreche Antwort: “Da müssen Sie eben zur Bank und einen Kredit beantragen.” Ja nee is klar! Geht ein Rentner zur Bank und fragt nach einem Kredit……. So herzlich haben die Banker lange nicht mehr gelacht. Solch ein Darlehen ist bestenfalls mit Eintragung einer Grundschuld und den entsprechenden Zusatzkosten möglich. Die Dame war letztlich gezwungen, das Grundstück ihrer Tochter zu überschreiben, die ihrerseits als kreditwürdig eingestuft wurde und so den Bescheid der Stadt begleichen konnte.
Solche Probleme sind den Rathaus-Insassen egal. Aber immerhin machen sie es jetzt ein wenig früher öffentlich, wann sie welche Bürger in Schwierigkeiten bringen.



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